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FOKUS Holzbau "Sanierung mit Mehrwert"

Der moderne Holzbau mit seinem hohen Vorfertigungsgrad bietet für die energetische Gebäudemodernisierung und Bestandserweiterung eine effiziente Alternative zu konventionellen thermischen Sanierungen mit einem Vollwärmeschutz. Daher luden die Veranstalter proHolz Salzburg in Kooperation mit der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten für Salzburg und Oberösterreich am 18. Jänner zur dritten Auflage der Veranstaltungsreihe FOKUS Holzbau zum Thema „Sanierung mit Mehrwert“. Rund 100 Teilnehmer aus den Bereichen Architektur, Bauträger, Holzbau-Unternehmer, Politik und Hochschulen folgten den Vorträgen der hochkarätigen Referenten und sorgten für spannende Diskussionen.

„Die Sanierung und Gebäudemodernisierung stellt in der Bauwirtschaft neben der Errichtung von Neubauten ein sehr wichtiges Betätigungsfeld dar. Es entsprechen viele Gebäude nicht mehr den Anforderungen des heutigen Wärmedämmstandards. Daher gilt es die Möglichkeiten der Wärmedämmung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz aufzuzeigen und zu kommunizieren. Holz hat als Material beste Dämmeigenschaften und punktet in Sachen Vorfertigung“, zeigt sich Gregor Grill, Geschäftsführer von proHolz Salzburg, überzeugt.
Holz schafft Mehrwert. Dieser ist sowohl in dem einzigartigen Wohngefühl zu finden als auch in den Gestaltungs- und Ausführungsbereichen. Bei Sanierungen zählt der Holzbau zu den schnellsten Errichtungsmöglichkeiten im Wohnbau. Möglich ist das durch eine sehr hohe Vorfertigung der Wand- und Deckenelemente in den Holzbaubetrieben und einer dadurch verringerten Montagezeit auf der Baustelle. Holzbauten punkten auch bei energetischen und ökologischen Aspekten.

Gebäudemodernisierung vorgefertigt.

„Die umfassende Gebäudemodernisierung von Hülle, Haustechnik bis zur Raumnutzung ist eine der wichtigsten Bauaufgaben der Gegenwart. Es sind gerade die großvolumigen Gebäude, z.B. Schul-, Büro- oder Wohngebäude, die im bewohnten Zustand umgebaut und modernisiert werden müssen, weil keine Ausweichmöglichkeiten in ausreichender Größe verfügbar sind. Hier sind Methoden gefragt, die schnell, präzise und möglichst störungsarm umgesetzt werden können. Mit Blick in die Zukunft sind dauerhafte, wirtschaftliche und ökologische Lösungen notwendig, die im besten Fall aus dem bestehenden Bauwerk ein zukunftsgerechtes Gebäude schaffen – energieeffizient, CO2-neutral und mit einer Nutzungsstruktur, die den heutigen Ansprüchen angepasst ist“, so Architekt Frank Lattke aus Augsburg in seinem Vortrag.

Lattke stellte in seinen Ausführungen auch das europäische Forschungsprojekt TES EnergyFacade vor, welches die Entwicklung eines Fassadensystems aus Holz zur energetischen Modernisierung von Bestandsbauten zum Inhalt hatte.
Mit den vorgefertigten Holzrahmenelementen und einer umfassenden Methode von der Planung bis zur Montage lassen sich Baukosten exakt definieren, Bauzeiten vor Ort verkürzen und Fassaden in hoher technischer Qualität verwirklichen. Die TES EnergyFacade ist ein ökologisches Dämmsystem aus großformatigen Holzrahmenelementen. Es umfasst und integriert alle Arbeitsschritte der Modernisierung vom Aufmaß über die Vorfertigung bis hin zur Montage. Inzwischen hat das Fassadensystem bei zahlreichen Projekten seine Praxistauglichkeit bewiesen sowie einige renommierte Preise eingeheimst, unter anderen den Schweighofer Prize 2011 in der Kategorie Innovation.

Energiesparen mit Fassadendämmung – wie funktioniert das?

Anschließend betrachtete Architekt Konrad Fischer Theorie und Praxis der Fassadendämmung. „Mit immer extremeren Dämmvorschriften versucht der Gesetzgeber bald erschöpfte fossile Energien einzusparen. Dies konfrontiert die Bauwirtschaft und die Gebäudenutzer mit immer waghalsigeren Baukonstruktionen, die auch haftungsrechtlich Probleme aufwerfen“, schilderte Fischer.
Der Referent hinterfragte in seinen Ausführungen die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Dämmzwangs und seine Folgen für Bautechnik und Wohngesundheit. Die Dämmphysik und deren tatsächliches Einsparpotential wurden kritisch beleuchtet. Ist die extreme Fassadendämmung mit schaumigen und faserigen Leichtbaustoffen wirklich der beste Weg, dauerhaft nachhaltig und günstig zu bauen? Welche Rolle spielen dabei die traditionellen Massivbaustoffe? Viele Praxisbeispiele und die bisher bekanntgewordenen Forschungsergebnisse zur Dämmwirkung und zum Nutzereinfluss stellten die aktuelle Vorgangsweise auf den Prüfstand.
Die anschließende Podiumsdiskussion rundete das thematische Spannungsfeld zur Wärmedämmung ab.