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(Z)Eichen setzen für einen klimafitten Wald

Eschen(trieb)sterben, Ulmensterben und Klimawandel – der Wald ist auch in Salzburg von Einflüssen des globalen Handels und der Klimaerwärmung mit ihren Folgen betroffen. Gleichzeitig bietet der Wald mit dem CO2-speichernden und genialen Rohstoff Holz aber einen Teil der Lösung dieser Herausforderungen. Den Wald „klimafit“ zu machen, ist dabei das Ziel der Salzburger Waldbesitzer. 2018 startet die Landwirtschaftskammer Salzburg gemeinsam mit dem Land Salzburg unter dem Motto „(Z)Eichen setzen“ in die Frühjahrsaufforstung. Ziel ist, den Anteil an Eichen in der Verjüngung des Salzburger Waldes zu erhöhen.

In Salzburg arbeiten Waldbesitzer am liebsten mit der natürlichen Verjüngungskraft der Wälder. In 80 % der Fälle wird nach Nutzungen die natürliche Verjüngung genutzt. „Dabei lässt man einige Samenbäume bei der Nutzung stehen oder es gibt solche im direkt anschließenden Bereich, um durch die Samen dieser reifen Bäume eine Naturverjüngung zu erreichen. Das spart einerseits Kosten für die Aufforstung, auf der anderen Seite sind die sich natürlich verjüngenden Bäume gut an den Standort angepasst und damit klimafit. In jenen Bereichen, wo wir den Wald aufgrund häufiger werdender Schäden durch eingeschleppte Schädlinge wie beim Eschensterben oder der Klimaanpassung in eine andere Richtung lenken wollen, wird mit standortangepassten und heimischen Baumarten aufgeforstet.“ so Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes und proHolz Salzburg.

Aktuell ist insbesondere im Flach- und Tennengau das Eschensterben so weit fortgeschritten, dass in einigen Gebieten die letzten Eschen gefällt werden müssen, da diese ein Sicherheitsrisiko darstellen und durch die eintretende Fäule entwertet werden. Hier müssen Alternativen entwickelt werden, die sich mit der Eiche aus dem Fächer der heimischen Baumarten ergeben. Die Eiche ist seit einigen Jahren in allen Bereichen die Modeholzart Nr. 1. Um für genügend Nachwuchs zu sorgen und dabei die stark zurück gehende Esche zu ersetzen, werden auf den ehemaligen Eschenflächen Eichen und andere Mischbaumarten gesetzt. Dazu wird gemeinsam von der Landesregierung und der Landwirtschaftskammer Salzburg das Projekt „(Z)Eichen setzen“ und die Initiative der Waldverbände und des Ministeriums „WALD.KLIMA.FIT“ unterstützt, das helfen soll, die heimischen Wälder an den Klimawandel anzupassen.

Eiche sehr gefragt
In ganz Europa ist seit einigen Jahren die Eiche die beliebteste Holzart für den Innenbereich. Bei der Möbelherstellung, bei Holzfußböden oder Inneneinrichtungen sind dunkle Holzarten wie die Eiche sehr gefragt. „Die Nachfrage nach Produkten aus Eiche ist anhaltend stark, entsprechend hoch ist der Bedarf an Eichenholz. Waren früher hellere Holzarten wie Buche oder Ahorn gefragt, sind es heute dunkle Hölzer wie Eiche oder Nuss. In Salzburg sind mit rund 700 Tischlereibetrieben und einigen Herstellern von Holzfußböden oder Parkett die Holzprofis stark vertreten, die heimisches Holz nachfragen. Der Bedarf ist aus Salzburg mit seinem hohen natürlichen Nadelholzanteil nicht zu decken, angrenzende Regionen mit mehr Laubholzanteil gleichen das aus,“ so Gregor Grill, Geschäftsführer von proHolz Salzburg.

Wertschöpfungswunder Holz
Mit rund 12.000 Erwerbstätigen in der Holzverarbeitung bezieht ein Viertel der in der Güterproduktion beschäftigten Salzburger ein Einkommen aus der Forst- und Holzwirtschaft. Mehr als 8.000 Waldbesitzer nutzen den Wald ebenfalls als Einkommensquelle.
„Beinahe alle holzwirtschaftlichen Unternehmen in Salzburg wie Sägewerke, Tischler oder Holzbau-Meister sind Familienbetriebe und großteils klein strukturiert. Salzburgs Säge- und Holzindustrie stellt als erste Verarbeitungsstufe in der Wertschöpfungskette die Grundlage für jede Weiterverarbeitung in der Holzbearbeitung dar. Etwa 90 Sägewerke verarbeiten pro Jahr über 1,2 Mio fm Holz. Rund 25 Unternehmen zählt die Holzindustrie, an deren Spitze große, international sehr erfolgreiche Firmengruppen stehen. Der Erfolg der Wertschöpfungskette Holz in Salzburg besteht darin, dass wir alle Glieder dieser Kette – vom Wald bis zur Endfertigung – im eigenen Land haben. Für 100 Festmeter zusätzlich verarbeitetes Holz entsteht ein Ganzjahresarbeitsplatz in der Wertschöpfungskette. Deshalb ist die aktive Nutzung des Waldes wirtschaftlich intelligent und gleichzeitig gut für die Umwelt“, freut sich Rosenstatter.

Zum Tag des Waldes
1971 hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als Reaktion auf die globale Waldvernichtung den 21. März (Frühlingsanfang) als Internationalen Tag des Waldes festgelegt. An diesem Tag richten viele Organisationen ihren Blick auf die Wälder. Liegt global der Fokus nach wie vor bei illegalen Abholzungen vor allem in den südamerikanischen Urwäldern, steht in Europa der nachhaltig bewirtschaftete Wald im Zentrum der Ziele der Waldbesitzer. proHolz Salzburg nutzt die Gelegenheit, auf die vielen ökologischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Aspekte des Waldes und dessen Rohstoff Holz aufmerksam zu machen.