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München

By 4. November 2021Neuigkeiten

Holzbauten im städtischen Umfeld sind kein Widerspruch sondern vielmehr die Zukunft. Davon konnte sich eine Delegation aus Salzburg bei einer Fachexkursion nach München überzeugen. proHolz Salzburg und proHolz Bayern luden zu einem länderübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustausch in die Landeshauptstadt Bayerns ein. Salzburgs Stadträtin Mag. Martina Berthold nahm an der Fachexkursion ebenso teil wie Vertreter aus dem Magistrat, Fachexperten aus den Gebiet Brandschutz, Holzbau-Meister sowie ArchitektInnen.

Wohnbauten aus Holz

In der derzeit größten Holzbaumustersiedlung Deutschlands, dem Prinz-Eugen-Park, konnten unterschiedliche Umsetzungen von mehrgeschossigen Holz-Wohnbauten besichtigt werden.  Auf dem ehemaligen Kasernengelände begann man 2017 ein neues Stadtquartier zu errichten. Dabei wurden fast 600 Wohnungen in Holzbauweise errichtet, verteilt auf acht Baufelder mit ebenso vielen Bauherren. Möglich machten das Großprojekt zahlreiche unterschiedliche Akteure, von Stadtbauräten über Bauherren bis hin zu den Architekten. Ein wesentlicher Ansatz war dabei die gezielte Förderung von nachwachsenden Rohstoffen (nawaros). Pro Kilogramm an verbautem Holz (bezogen auf die Nutzfläche) wurde dabei eine gestaffelte Förderung ausbezahlt. Je nach Baugröße, Bauweise (z.B. reiner Holzbau oder Holzhybridbau) wurden somit unterschiedliche Fördersätze freigegeben. DI Andreas Lerge, GF von Wood Real Estate GmbH, konnte durch seine Expertise und sein Wissen über die Mustersiedlung einen detaillierten Einblick geben und den ExkursionsteilnehmerInnen so einen Blick hinter die Kulissen vermitteln. „Der Mehrgeschossige Holzbau ist die Zukunft. Wir sehen hier den Ansatz für wirklich nachhaltiges Bauen. Je mehr nawaros pro m² Nutzfläche verbaut wurden, desto höher fiel die Förderung aus. Eine optimale Form um ökologisches Bauen zu forcieren.“, so Lerge.

CO2-Förderung

Die Ökologische Mustersiedlung ist mit ihren Zielen und in der geplanten Größe ein bislang europaweit einmaliges Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen. Um die Realisierung zu ermöglichen, förderte die Landeshauptstadt München Kosten mit einem eigenen Zuschussprogramm in Höhe von 13,6 Millionen Euro. Das Zuschussprogramm förderte die im Gebäude verbaute Masse Holz (in Kilogramm). Kleine Gebäude mit ein bis drei Geschossen werden bis zu 0,70 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe bezuschusst und Projekte im Geschosswohnungsbau mit bis zu 2,00 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe.

Holzbau im großvolumigen Campusbau

Der Freistaat Bayern realisiert für die TUM den Rück- und Neubau der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften und den ZHS mit einem Raumprogramm von 14 Sporthallen, 12 Hörsälen, 15 Laboren, 5 Werkstätten und 300 Büros. Das Großprojekt wurde vom renommierten und international tätigen Architekturbüro  Dietrich | Untertrifaller Architekten geplant und dabei wird die gesamte Leistungsbreite des gegenwärtigen Ingenieurholzbaus abgerufen und umgesetzt.  „Holzbauten oder mineralische Bauten. Dies spielt bei Brandschutzanforderungen eine untergeordnete Rolle, da es fast egal ist. Man benötigt Brandschutzkonzepte und dann ist auch im Holzbau fast alles möglich. Wir planen nicht dogmatisch Holzbau, aber da wo es Sinn macht wird natürlich Holz eingesetzt.“, so Prof. Architekt Dipl.-Ing. Much Untertrifaller bei seiner Führung durch das beeindruckende Gebäude.

Neben der kompletten Dachkonstruktion sind die Sporthallen und die Institutsbereiche in Holzbauweise errichtet. Auf einer Bruttogrundfläche von rund 42.000 m2 , zwei Stockwerken und fast 19.000 m2 Nutzfläche werden 14 Sporthallen, 15 Fußballplätze, 7 Beachvolleyballfelder, 22 Tennisplätze, jeweils eine Hockey- und Golfanlage, 12 Hörsäle, 15 Labore, fünf Werkstätten, 300 Büros sowie eine Cafeteria und Bibliothek Platz finden. Auf einer Länge von ca. 150 Metern wird mit 40 Elementen die 100-Meter-Laufbahn großzügig überdacht. Die 28 m langen und 1,60 m hohen Dachelemente haben eine freie Auskragung von 18,3 Metern.

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Author Matthias Jessner

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