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woodpassage & Interforst

Foto: proHolz Bayern / © Christian Hartlmaier

Aktiver Klimaschutz durch Holzbau und nachhaltige Waldbewirtschaftung

Im Wald wächst der Baum – aus dem Baum wird Holz – aus dem Holz entsteht das Haus. Diesen Prozess trägt die „woodpassage“ als Holzskulptur für den Außenraum einprägsam in die Zentren Europas. Zuletzt konnte die „woodpassage“ vom 05. bis zum 14. Juli 2022 in der Münchner Innenstadt am Rindermarkt besucht werden. Den Höhepunkt der Ausstellung bildetet die Talkrunde zum Thema „Aktiver Klimaschutz durch Holzbau und nachhaltige Waldbewirtschaftung“ am 13. Juli 2022 mit Vertreter*innen aus Forst, Städteplanung und Politik.

Besonders in Städten mit hohem Bedarf an Wohnraum ist Holz der geeignete Baustoff zur Nachverdichtung und spielt eine wichtige Rolle für den aktiven Klimaschutz: Holz bindet langfristig CO2 und leistet so einen aktiven Part zur Dekarbonisierung. Alleine in der „woodpassage“ sind dauerhaft 13 Tonnen CO2 gebunden. Das entspricht dem Schadstoffausstoß eines PKWs in 8 Jahren. Die Stadt München hat sich hohe Ziele für den Klimaschutz gesteckt. So soll München bis 2035 klimaneutral und der Holzbau ein Kriterium bei Grundstücksvergaben sein.

Grundlage für diesen aktiven Klimaschutz des Städtebaus ist die nachhaltige aktive Forstwirtschaft. EU-Parlamentarierin Simone Schmiedtbauer ist der Meinung, dass Brüssel bei diesem Thema erst noch wachgeküsst werden muss: „Es muss selbstverständlich sein, den Wald zu schützen, indem wir ihn pflegen. Wo bleibt da der Hausverstand? Wenn mehr Holz nachwächst als genutzt wird, warum soll man es nicht nutzen? Das ist doch kein Widerspruch.“

Mit der „woodpassage“, als grenzüberschreitende Initiative von proHolz Austria, proHolz Bayern und LIGNUM Schweiz, wird gemeinsam für die ökologischen Vorzüge des Holzbaus im Alpenraum plädiert. Das freut auch proHolz Salzburg Obmann Rudolf Rosenstatter: „Das Netzwerk ist gut intakt, wir engagieren uns gemeinsam für den Klimaschutz durch Waldbewirtschaftung und Holznutzung. Von der Stadt München können wir viel lernen, die ökologischen Mustersiedlungen in Holzbauweise zeigen einen zukunftsweisenden Weg den wir auch nach Österreich bringen wollen und müssen.“

Messebericht Interforst 2022 – Neueste Technik für erfolgreiche Waldarbeit

Von 17. bis 20. Juli fand die Interforst Messe in München statt. Insgesamt kann die erste große deutschsprachige Forstmesse nach der Coronapandemie mit zahlreichen Besuchern und Ausstellern als voller Erfolg bezeichnet werden.  Im Mittelpunkt stand die Präsentation technischer Neuheiten für die Arbeit im Wald. Die mitteleuropäischen Unternehmen der Branche liefern laufend hervorragende Innovationen die zu einer stetigen Steigerung der Produktivität und Sicherheit bei der Waldarbeit führen.

Die Eröffnung fand am 17.Juli statt. Bundesminister Özdemir anerkannte während der Eröffnung die Bedeutung der Waldbewirtschaftung und des Holzbaus für Deutschland, hob jedoch hervor, dass für ihn auch geschützte Biodiversitätsflächen zu einem gesunden Waldökosystem gehören. Staatsministerin Kaniber plädiert hingegen für produktionsintegrierten Naturschutz im Wald, wie er seit Generationen gelebt wird anstatt weiterer übertriebener Flächenstilllegungen. Ebenso wurde die Bedeutung des technischen Fortschrittes für die Waldbewirtschaftung hervorgehoben. Im Zuge des“ kwf members awards“ wurden 6 herausragende forsttechnische Innovationen prämiert.

Besonders groß ist der technische Fortschritt im Bereich der Akkumotorsägen, welcher sich an der prämierten stärksten Akku- Profisäge von Stihl zeigt. Die Stihl MSA 300 ist mit einer Leistung von 3,0 kW in der Schnittleistung handelsüblichen Durchforstungssägen mit 50 ccm ebenbürtig. Mit 7,6 kg Gewicht inklusive Akku und Schneidgarnitur ist sie nur etwa 1 kg schwerer als ihr benzinbetriebenes Pendant die Stihl MS 261. Durch neu entwickelte Akkutechnik mit ca. 10 Ah Kapazität wird eine Akkulaufzeit mit Vollleistung im professionellen Einsatz von 20- 30 Minuten erreicht. Durch den ruhigen und leisen Lauf eignet sich die Säge vor allem für den Einsatz am Bau und für Forstarbeiten im örtlichen und hofnahen Bereich. Die Entwicklung dieser neuen Säge ist ein weiterer großer Schritt in Richtung Profi- Akkusäge für die professionelle Waldarbeit.

Die Firma Pfanner wurde für ihr neuartiges Absperrsystem von Forstwegen ausgezeichnet. Das Protos Barrier System eignet sich optimal für die Absperrung von stark frequentierten Wegen während der Forstarbeit. Durch Sensoren und Kameras werden sich nähernde Personen erkannt und mittels Ton- und Lichtsignal auf die Gefahr durch Waldarbeit aufmerksam gemacht. Zwei durchfahrbare Ausleger sollen ein leichtsinniges Betreten des Gefahrenbereiches verhindern. Zusätzlich wird der Forstarbeiter per Funksignal informiert, sollte doch eine unbefugte Person in den abgesperrten Bereich gelangen. Videoaufzeichnungen ermöglich eine nachträgliche Beweisführung. Erste Test zeigten deutlich weniger Missachtungen des Betretungsverbotes im forstlichen Sperrbereich.

Eine weitere prämierte sicherheitstechnische Neuheit präsentiert die Firma BastIng mit ihrem Aluminium- Protektor VinZent. Der innovative Körperschutz schützt den Waldarbeiter bei der Fällung vor herabstürzenden Ästen ohne ihn bei der Arbeitsausführung zu behindern. Einen Sicherheitsgewinn liefert der innovative Körperschutz vor allem für Fällarbeiten im Käferholz und Laubholz. Rücken- und Kopfbereich sind somit vor größeren Verletzungen geschützt. Reicht der Körperschutz nicht aus, eignen sich auch die fernbedienbaren Akkufällkeile des Herstellers ausgezeichnet, um einen Aufenthalt des Waldarbeiters im Gefahrenbereich zu vermeiden.

Fotos

Fotos woodpassage: proHolz Bayern / © Christian Hartlmaier